K A R T E F A K T
Kartenspiele ohne Sammelfaktor


Zoff im Zoo

Ein Kartenspiel für drei bis vier Tierexperten


Doris&Frank haben vor zwei Jahren mit Ursuppe einen wirklichen Erfolg mit Brettspielbereich erzielen können und präsentierten ein Jahr später die Erweiterung für fünf und sechs Spieler.
Während bei Ursuppe die Spieler Amöben durch die Evolution führen mußten, können sich die Spieler bei Zoff im Zoo so richtig austoben. Fressen und gefressen werden ist das Überlebensmotto der Tierwelt, zumindest bei der folgenden Zooschlacht.

Zwölf verschiedene Tiere kämpfen um die Vorherrschaft. Der Wal ist in diesem Spiel unangefochten König und kann nur von Seinesgleichen geschlagen werden. Der Elefant kennt auch keinen Gegner, außer der Maus, der muß er weichen. Das Krokodil läßt sich vom Elefanten beeindrucken. Der Igel wird vom Fuchs besiegt, ansonsten wird er in Ruhe gelassen. Der Löwe läßt sich allenfalls vom Elefanten beeindrucken. Auf jeder Tierkarte ist in einem Kasten abgebildet, welche anderen Tiere dieses Tier schlagen. Das Besondere an diesem Spiel ist also die Ranganordnung der Tiere zueinander. In jedem Fall gilt, daß ein Tier immer von seiner Art geschlagen werden kann.

Jedes Tier, mit Ausnahme der Mücke, ist fünffach vorhanden, die Mücke nur vierfach. Das Chameleon ist der Joker. Die 60 Karten werden gleichmäßig an alle Spieler verteilt. Jeder versucht nun, als erster seine Karten loszuwerden. Der Startspieler spielt eine oder mehrere gleiche Karten. Später folgende Spieler müssen nun mit ihren Karten versuchen, die zuletzt vorgelegten Karten zu schlagen.
Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder legt der am Zug befindliche Spieler dieselbe Anzahl an Karten, aber von einem Tier, was das zur Zeit ausliegende Tier schlägt, oder er spielt dasselbe Tier, das bereits ausliegt und davon eins mehr. Hat der vorherige Spieler zum Beispiel zwei Krokodile ausgespielt, kann der nun folgende Spieler entweder zwei Elefanten legen, da der Elefant das Krokodil schlägt, oder er spielt drei Krokodile (und damit eins mehr als vorher). Will oder kann ein Spieler nicht erhöhen, setzt er aus, kann aber später erneut einsteigen, wenn er wieder an der Reihe ist. Ist ein Spieler wieder am Zug, und es liegt immer noch seine zuletzt ausgespielte Tierart ungeschlagen oben auf, hat er den Stich gemacht und spielt erneut aus.
Das Ganze klingt nicht all zu schwer. Daher folgen nun zwei Ausnahmen. Der Joker kann mit einer beliebigen anderen Karte ausgespielt werden und gilt dann als das entsprechende Tier. Er kann nicht einzeln eingesetzt werden. Und dann ist da noch die Mücke. Jeder kennt ja das Sprichwort “Mach doch aus einer Mücke keinen Elefanten”. Nun, in diesem Spiel ist dem so. Eine einzige kleine Mücke kann mit einem oder mehreren Elefanten gespielt werden und wird dadurch zum Elefanten.

Wer keine Karten mehr hat, scheidet aus der laufenden Partie aus. Es wird aber weiter gespielt, bis nur noch ein Spieler Karten übrig hat. Der erste Spieler, der ausscheidet, erhält soviel Punkte wie Spieler mitspielen (drei bis sieben Spieler). Die darauffolgenden Spieler erhalten jeweils einen Punkt weniger. Wer 19 Siegpunkte erreicht, hat die Tierwelt verstanden und damit gewonnen.
Wem das noch nicht reicht, kann die folgenden Partien nach der Partnerregel spielen. Zwei Spieler spielen paarweise zusammen und punkten auch gemeinsam. Die Partnerkonstellation kann sich im Laufe der Partien ändern, abhängig von der Punktezahl der einzelnen Spieler.

Zoff im Zoo ist im eigentlichen Sinne ein klassisches Stichkartenspiel und doch wieder nicht. Die Rangordnung der Tiere ergibt sonderbare Stichmöglichkeiten, die sich erst nach ein paar Partien voll erschließen. Wer dann noch mit der Partnerregel spielt, hat für schlappe 15,- DM ein wirklich originelles Stich-Kartenspiel ergattert, was vor allem durch die liebevolle Grafik von Doris Matthäus glänzt.


Marc Höhne

Mehr zu lesen gibt es in der Ausgabe Kartefakt 24
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