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Der 1,88m große Schotte Gerard James Butler, der gern betont, dass er Gerry genannt werden will, erblickte am 13. November 1969 als jüngstes von drei Kindern in Glasgow das Licht der Welt. Die Familie siedelte nach Kanada über, doch zwei Jahre später trennten sich seine Eltern, und seine Mutter zog mit den Kindern zurück nach Schottland, wo sie in einfachen Verhältnissen bei den Großeltern lebten. Seine Mutter heiratete später wieder, und Butler kam mit seinem Stiefvater immer gut zurecht. Seinen leiblichen Vater traf er erst wieder, als der spätere Schauspieler 16 Jahre alt war, doch auch sie verband ein freundschaftliches Verhältnis - bis Butlers Vater an Krebs starb.
Auf Wunsch der Mutter studierte Butler in Glasgow Jura, doch füllte ihn dies nicht aus, und er wurde alkoholabhängig, weswegen er einer Kanzlei verwiesen wurde. Dies war ihm eine Lehre - Butler zog nach London, um einen Traum wahr werden zu lassen: Er wurde Schauspieler (und trank seitdem keinen Tropfen mehr). Verschiedene Jobs begleiteten sein Schauspielstudium, unter anderem arbeitete er als Kellner und erhielt diverse kleine Theaterrollen und TV-Auftritte.
Bei Dreharbeiten in Schottland, als er mit seiner Mutter ein Picknick am Fluss Tay abhielt, rettete er einem ertrinkenden kleinen Jungen das Leben, indem er sich ins Wasser stürzte und den Jungen herausfischte. Für diese Tat erhielt er die Tapferkeitsurkunde der Royal Humane Society. Butlers Kommentar daraufhin: »Aber das ist doch selbstverständlich. Hätte das nicht jeder getan?« Ein wahrer Held, und dazu noch bescheiden.
Eine kleine Rolle in dem britischen Film Ihre Majestät Mrs. Brown an der Seite von Judi Dench und Billy Connolly brachte ihm seine erste größere Chance: Er bekam die Hauptrolle im historischen Zweiteiler Attila, wo er seine fabelhafte Ausstrahlung unter Beweis stellen konnte, aber auch hart an seinem schottischen Akzent arbeiten musste. Später folgten Rollen u.a. in Wes Cravens Dracula und Timeline von Michael Crichton, wo er den Hauptdarsteller Paul Walker an die Wand spielte. Butler mimte neben Angelina Jolie in Tomb-Raider 2 ihren Ex-Freund und glänzte in der Rolle des Phantoms der Oper, wo der ehemalige leidenschaftliche Musiker (der als Jugendlicher in einer Band musizierte) seinen Text selbst sang. Auch zeigte er sein schauspielerisches Können in dem stillen, aber liebenswerten britischen Film Lieber Frankie, wo er einem Jungen, der seinen Vater vermisst, auf einfühlsame Weise den Vater vorspielt. Über die naturgewaltige Verfilmung der Heldensaga Beowulf und Grendel berichteten wir in NAUTILUS 35, in der Gerard sehr überzeugend den zweifelnden Helden Beowulf verkörpert.
Gerard Butlers schauspielerische Stärke liegt in seiner sehr charismatischen Art, dank der er sich überzeugend in seine Rolle einfühlt. Er zeigt Leidenschaft und Gefühle (egal welcher Art) und sprüht vor Leben - besonders aktuell in der Rolle des König Leonidas in dem Film 300. Den Spartaner-König verkörpert er mit einer großen Überzeugungskraft, Härte und Entschlossenheit, aber eben auch Menschlichkeit; Leonidas zeigt sich seinen Männern gegenüber gerecht, er liebt Frau und Sohn - und gerät auch ins Zweifeln (obwohl 300 kein Film langanhaltender Selbstzweifel ist.) Sein schauspielerisches Talent ist noch lange nicht ausgeschöpft, und vielleicht verhilft ihm die Rolle in der Verfilmung von Frank Millers Comic zum verdienten Durchbruch. In Zukunft wird er u.a. in der Comic-Verfilmung Priest als Vampirjäger zu sehen sein.
Katja Engler
»Im Wesentlichen bin ich ein böser Junge mit einem guten Herzen«
Gerard Butler
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